Website als Kommunikationsinstrument und Unterrichtsmedium: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Lernen und Lehren
 
(kein Unterschied)

Aktuelle Version vom 4. Mai 2017, 09:26 Uhr


Lehr- und Lernszenario

Das Szenario ist ein hybrides Unterrichtsformat, in dem der Präsenzunterricht durch ein Weblog erweitert wird, das wie eine Website gestaltet ist.

Ausgangslage

Motivation

Das Unterrichtsmodul «Texte und Konzepte für Unternehmen» ist als Kommunikationsfach obligatorischer Bestandteil des Grundstudiums Betriebswirtschaft. Ein relativ grosser Teil des Unterrichts läuft in Werkstattform ab. Da die Studierenden Texte und Konzepte aus den verschiedenen Bereichen der Unternehmenskommunikation (UK) exemplarisch analysieren und verfassen, ist es für sie mitunter schwierig, den roten Faden zu behalten. Erschwerend kommt die Kombination von analogen und digitalen Praxisbeispielen und Arbeitsaufträgen hinzu. Da der Trend in der UK jedoch stark in Richtung Online-Kommunikation geht, entwickeln wir unseren Unterricht dementsprechend weiter und wollen gemäss der veränderten Praxis Übungsmöglichkeiten anbieten.

Voraussetzungen

Es muss pro Lerngruppe ein Blog als Website eingerichtet und mit individuellen Passwörtern für die Studierenden versehen sein. Die Studierenden benötigen Smartphone, Laptop sowie Internetzugang, allenfalls einen individuellen Twitter-Account. Eine Kamera mit Stativ für die Dokumentation einzelner Sequenzen wird gelegentlich eingesetzt.

Lehrplanrelevanz

Ziele

Eine gemeinsame Website, gekoppelt an den Präsenzunterricht erweitert die Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Studierenden. Sie können eigene Lösungsvorschläge mit denen anderer Studierender vergleichen und gemeinsam eine noch bessere Lösung entwickeln. Verbindliches Wissen wird in Form von abschliessenden Versionen gekennzeichnet und bereitgestellt, wobei der Konstruktionsprozess der Lernenden auf verschiedenen Stufen sichtbar und nachvollziehbar bleibt. Da Umfang und Qualität erworbener Fähigkeiten erheblich von der Eigenaktivität der Lernenden abhängen, werden sie in die Gestaltung des Unterrichts einbezogen, um ihnen letztlich einen hohen Grad an Selbststeuerung zu ermöglichen. (Wild/Wild 2002, 21). Dies wird etwa durch die Mitgestaltung der Website als Lernumgebung erreicht, aber auch durch die Beteiligung an der Lernkontrolle z.B. durch gegenseitige Bewertung von Lernergebnissen. Schliesslich soll die Website auch die Orientierung erleichtern. Durch die Darstellung des gesamten Stoffinhalts auf einer Arbeitsplattform wird trotz aller Exemplarizität das Thema als Ganzes besser wahrnehmbar.

Kompetenzen

Fähigkeiten im adressatenorientierten Schreiben und Präsentieren werden ausgehend von der Eingangskompetenz der beiden vorangehenden Kommunikationsmodule bei den Studierenden vorausgesetzt. Die Studierenden lernen, systematisch exemplarische Konzepte und multimodale Texte der Unternehmens- und Behördenkommunikation zu analysieren sowie adressaten-, sach- und situationsgerecht Texte für die Unternehmens- und Behördenkommunikation zu verfassen. Darunter fallen besonders auch relevante Texte der Online-Kommunikation von Unternehmen.

Umsetzung

Vorgehen/Ablauf

Das Projekt wurde aus der Unterrichtspraxis heraus entwickelt. Im ersten Durchlauf wurde die Website noch stärker als Ablage- und Informationsmedium genutzt. Die Studierenden einer Lerngruppe benutzten dasselbe Passwort, weshalb ihre Einträge nicht individuell identifizierbar waren. Das Herzstück bildeten Unterseiten der Teams, die jeweils zusammen an einem Leistungsnachweis arbeiteten. Im zweiten Durchlauf im FS 16 werden nun die technischen Möglichkeiten mit noch mehr didaktischem Gewinn ausgenutzt. Folgende Aspekte werden stärker berücksichtigt: die Sichtbarkeit aller Text-, Bild- und Videobeiträge für alle Studierenden, die Kommentarfunktion als (Peer-)Feedbackmöglichkeit, die Optimierbarkeit von Beiträgen durch Revisionen, das Forum für Fragen und Diskussionen, die Dokumentation durch posten wichtiger Flipcharts, Tafelnotizen, Lehrvideos, Studierendenpräsentationen sowie Ratings als studentisches Beurteilungsverfahren. Als Grundlage dafür wurden die Team-Unterseiten durch eine Struktur mit thematischen Unterkategorien im Menü ersetzt sowie individuelle Passwörter vergeben. Damit entspricht die Website zum einen eher der realen Website einer Kommuni-kationsagentur, zum anderen publizieren die Studierenden so ihre Arbeitsaufträge thematisch untereinander und sehen dabei auf Anhieb die Arbeitsergebnisse der Mitstudierenden.

Medien/Technik/Materialien

Die Arbeitsgrundlage bildet ein Wordpress-Blog, das durch statische Seiten, aber auch Kategegorien im Menü als Website funktioniert. Der Blog wird für die Publikation von News und Presseschauen genutzt, das Forum für Diskussionen über schwierige Grundlagentexte bzw. die Unterrichtsevaluation, Kommentare zu thematischen Blogbeiträgen werden publiziert sowie Videostatements aufgenommen, eingebunden und gegenseitig verbal oder als Videograding bewertet. Die Einbindung von Twitter auf dem Blog ist möglich.

Datenschutz

Als Lernplattform ist die Website passwortgeschützt, d.h. nicht öffentlich. Die persönlichen Videos der Studierenden werden über einen passwortgeschützten Kanal von Switchtube aus eingebunden.

Erfahrungen

Was hat sich bewährt?

Fast alle Studierenden schätzen die Arbeit mit einem Tool, das in der Praxis eingesetzt wird und das die Ergebnisse ihrer Arbeit auch für alle sichtbar macht. Positiv zu vermerken war im ersten Durchgang vor allem die Sorgfalt, mit der die Studierenden die Blog-Einträge gestalteten. Sie mussten sich selber überlegen, welche besonderen Anforderungen für die Textsorte im Online-Medium gelten. Bemerkenswert ist daran, dass mit dieser Sorgfalt vor allem im für alle stets sichtbaren Blog gewaltet wurde, was die starke didaktische Wirkung der Sichtbarkeit von Arbeitsergebnissen unterstreicht. Der aktuelle Durchlauf bestätigt diese Hypothese.

Was gilt es bei einem nächsten Mal zu beachten?

Ansatzpunkte für die Kritik waren im ersten Durchlauf die Gestaltung der Website, die durch grösseren Anreiz, Verbindlichkeit und Zeit verbessert werden könnte. Durch die Website-Gestaltung steigt indes der praktische Arbeitsaufwand für die Studierenden. Der Werkstatt-Charakter des Moduls muss noch mehr ausgebaut werden, um den Studierenden genügend Zeit für Revisionen ihrer bereits publizierten Beiträge sowie für Kommentare und dokumentierende Beiträge zu geben. Die Feedback- und Kommentarfunktionen wurden als Teil des Lernprozesses noch stärker in die verschiedenen Aufträge eingebunden. Eingeplant sind für den aktuellen Durchlauf die Rückmeldungen der Studierenden durch eine Zwischenevaluation und eine abschliessende Evaluation.


Kontaktperson

Dr. Sabine Witt, Dozentin am Institut für Kommunikation und Marketing, HSLU-W