Vokalformung

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Wie beim Gesang ist die Vokalformung auch auf Blasinstrumenten ein wichtiger klangrelevanter Parameter (siehe auch Tonbildung). Die Kontrolle über Klangfarbe, Artikulation und Ansprache stehen in direktem Zusammenhang mit der Vokalformung, da Lage, Form und Bewegungen der Zunge die Klangfarbe entscheidend beeinflussen.

Beim Sprechen werden die Vokale durch unterschiedliche Form und Lage der Zunge im Mundraum, durch unterschiedliche Formen der Lippen, und damit verbunden durch unterschiedliche Positionen der Gesichtsmimik und des Unterkiefers gebildet. Im Unterschied dazu muss eine Vokalformung beim Klarinettenspiel mit unabhängig von der Position des Unterkiefers und mit unveränderter Ansatzformung, d.h. ohne Bewegungen der Lippen einzubeziehen, hervorgebracht werden. Entscheidend sind Form und Lage der Zunge im Mundraum (Beobachte z.B. Veränderungen von Zungenform und -Position, von Lippenform, Rachen und Mundboden beim Wechsel vom Vokalen „a“ zum Vokal „i“ mit und ohne Ansatzformung durch Lippen und Unterkiefer) Zusätzlich klangrelevant ist die Aktivierung der Mundbodenmuskulatur (siehe auch Musculus mylohyoideus) und des weichen Gaumens, die bei der Vokalformung für das Klarinettenspiel einbezogen werden.

Die wissenschaftliche Arbeiten von Claudia Fritz und Joe Wolfe[1] weisen auch eine Aktivierung der Stimmritze bei der Tonbildung nach

Beiträge der Interviewpartner



Historische Entwicklung - Vergleich mit der Gesangspädagogik

Die historische Betrachtung der Klarinettendidaktik lässt einen Zusammenhang zwischen der Vokalformung und den traditionellen Ansatzformen des Übersichblasens und des Doppellippenansatzes erkennen. Diese Ansatzarten beeinflussen die Ausformung der Mundhöhle, was sich günstig auf die Tonbildung auswirkt. Wie der Selbstversuch zeigt, scheint beim Artikulieren auch die Stabilität des Unterkiefers unveränderter Vokalformung besser realisierbar zu sein.

Analog zur Spieltechnik auf Blasinstrumenten ist auch in der Gesangspädagogik die Vokalformung, hier als Vokalbehandlung bezeichnet, ein wichtiger Faktor beim Ausgleich von verschiedenen Tonlagen. Auch hier ist eine gelichbleibende Vokalisierung je nach Tonhöhe für eine freie Stimmentfaltung notwendig. Siehe Gesangspädagogik, Wiki.



Einzelnachweise

  1. C. Fritz, J. Wolfe: How do clarinet players adjust the resonances of their vocal tracts for different playing effects J. Acoust. Soc. Am., vol. 5, n° 118, Novembre, 2005 [1] und Claudia Fritz, René Caussé, Joe Wolfe, and Jean Kergomard: La clarinette et le clarinettiste influence du conduit vocal sur la production du son. New South Wales, 2004. pdf eingesehen am 8 pdf]. Sept. 2018